Storytelling Teil 2 — legen Sie Ihre Werbebotschaft frei

Gute Geschichten haben eine klare Botschaft

Wir werden von Werbung geflutet. Gefühlt jedes zweite Unternehmen auf diesem Planeten will was von uns: unser Geld gegen deren Produkte und Dienstleistungen. Wir schützen uns gegen die Werbeflut, indem wir die inneren Schotten dicht machen: Wir lassen so wenig Werbung wie möglich zu uns durchdringen. Unzählige Phrasen, Worthülsen und Klischees bleiben uns damit erspart.

Doch manchmal  passiert es: die Werbung schleicht sich an unserer Verteidigungslinie vorbei, findet Gehör und Gnade. Besonders gegen eine Art der Werbung sind wir nicht immun, wollen es auch gar nicht sein, nämlich

... wenn der Werbetext eine gute Story erzählt.

Erzählt der Werbetext eine gute Geschichte, docken Auge, Herz und Hirn an. Die Botschaft bleibt im Gedächtnis.

Welche Botschaft wollen Sie transportieren?

Die Botschaft ist die Basis, auf der alles weitere ruht. Sie ist wie ein Tortenboden, der unspektakulär aussieht, aber ohne den alles auseinanderfallen würde. Die Botschaft hält Ihre Geschichte zusammen. Auf der Basis kann sich die Story in ihrer ganzen Schönheit, Wucht, Echtheit, Dramatik, Schlichtheit, Spannung entfalten.

Die Tortenboden-Basis für mehr Halt
Wie ein Tortenboden hält die Werbebotschaft alles zusammen.

 

Ich habe Ihnen zwei prominente Beispiele mitgebracht.

 

 

 

Beispiel 1 von Edeka: Vorweihnachtstrubel, und so viel zu tun. Wirklich?

https://www.youtube.com/watch?v=jjFtbNq9svw

--> Die vordergründige Botschaft lautet Zeit schenken.

Mit dieser neuen Weihnachts-Kampagne fordert Edeka die Menschen auf, ihre Zeit besser zu nutzen und an für sie wertvolle Menschen zu schenken. Warum macht Edeka solche Kampagnen? Ich kann nur mutmaßen. Vermutlich wollen sie durch das Aufgreifen gesellschaftsrelevanter Themen (letztes Jahr war es die ebenfalls sehr emotionale Opa-allein-zu-Haus-Story) zeigen, dass hinter Edeka mehr steckt als nur ein normaler Supermarkt. Die Botschaft hinter der Botschaft: Wir = Edeka sind ein Unternehmen mit viiiel Herz und nehmen unsere Verantwortung in der Gesellschaft wahr. Weshalb Ihr lieben Kunden doch bittschön bei uns Eure Geldbeutel aufmacht. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit …

 

Beispiel 2 von Telekom: Clara zieht aus. Papa ist wehmütig.

https://www.youtube.com/watch?v=D9--9LnL9YU

Es ist für Vater Heins nicht leicht zu verstehen, dass sich sein kleines Mädchen Clara so rasend schnell entwickelt und plötzlich groß und selbstständig ist. Aber weil sie immer seine „Kleine“ bleibt, egal wie alt sie wirklich ist, will er natürlich auch immer nur das Beste für sie und hört nie auf, sich um Clara zu sorgen. Jaaa, dieses Gefühl kenn ich auch, und Millionen Miteltern „auszuwildernder Jungerwachsenen“ ebenso …

--> Für den Verkauf vom Magenta Happy Tarif zeigt sich die Telekom als der große Eltern-Versteher.

Das Unternehmen versetzt sich mit Feingefühl in die Gefühlswelt einer großen, wichtigen Zielgruppe (das kaufkräftige mittlere Alter) und zeigt nebenbei durch die Blume, wie einfach und nebenher das alles geht mit dem AllIInOne-Tarif --- und vor allem, wie einfach es geht, dank des pinken Kommunikations-Services den Kontakt zu seinem Sprössling in der Ferne aufrecht zu erhalten. Die Botschaft hinter der Botschaft lautet in etwa so: Wir (die Telekom) sind ganz nah an Euch Kunden dran und stehen Euch bei den Wechselfällen des Lebens bei – praktisch und emotional.

 

Welche Botschaft ist Ihre Basis?

Wie lautet die Botschaft hinter der Botschaft, also Ihr Kernsatz, Ihre Motivation, Ihr großes Versprechen? Schälen Sie Ihr großes Versprechen in wenigen Sätzen heraus.

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