Lieblingswörter. Im Advent schöne Wörter schenken.

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Im Advent schöne Wörter schenken 🙂

Wörter machen Stimmung. In diesen Zeiten spüren wir intensiv, was Wörter in uns anrichten können. Wörter wie Lockdown, Superspreader, Triage machen Angst.

Und doch schafft es unsere Sprache, sogar dem bösen C-Wort Kreationen mit gewissem Schmunzelfaktor abzuringen: Corona-Frisur oder Corona-Kilos bringen mich zum Grinsen. Ich sehe struppige, pausbäckige Home-Gestalten, sehnsüchtig auf den umherhetzenden und -klingelnden Paket- und Pizzaboten wartend.

Heute öffne ich das Füllhorn und lasse einige Lieblingswörter herauspurzeln. Herzergreifende, freche, lustige, wohlklingende, skurrile, nostalgische Wörter, die ich genüsslich von den Fingerspitzen auf die Tastatur gleiten lasse. Ich möchte sie Euch schenken 🙂

Persönliche Lieblingswörter

Augenstern. „Du bist mein Augenstern“. Schon sehe ich das Funkeln im Auge Eures Gegenübers 😉

Knalltüte. Haben wir nicht alle ab und an einen Knall? Gebärden uns wie aufgeblasene Papiertüten? Manchmal braucht`s ein energisches Bämmm von außen. Damit die aufgeblasene Oberfläche schlagartig zusammenschnurrt und der Kopf wieder gerade zwischen den Schultern sitzt.

Basstölpel. Wie langweilig klingt die wissenschaftlich Bezeichnung Morus bassanus, wenn man Basstölpel sagen kann. Und die Tiere begeistern mich sowieso.

Blümerant. „Mir ist so blümerant zumute.“ Um diesen herrlich altmodisch-gediegenen Ausdruck ist mir ernsthaft bange. Bitte helft mit, dass er nicht ausstirbt! Immer dann, wenn es euch flau im Magen ist, oder Ihr Euch einer Ohnmacht nahe fühlt …

Tüddelkram. Für mich leider kein alltagstauglicher Begriff, weil ich nicht nähe. Und somit auch kein Nähzubehör brauche.

Hanebüchen. Hanebüchen kommt von der Hainbuche und hat nichts mit Hahn zu tun. Das Holz der Hainbuche ist sehr knorrig und schwer zu bearbeiten, weshalb hanebüchen zunächst als Synonym für knorrig, derb oder grob verwendet wurde. Man sagte: „Das ist hanebüchener Unsinn“ – also grober Unfug. Heute lassen wir den Unfug und den Blödsinn weg und sagen schlicht „das ist hanebüchen“.

Tüpfelhyäne. Der Wahnsinn: Gleich zwei Umlaute in einem Wort! Der Erste tupft Punkte aufs Fell, der Zweite ist mit einem seltenen „Y“ garniert. Sagt das Wort fünfmal laut vor Euch hin, und Ihr wisst was ich meine …

Ploppen. Plopp, der Weinkorken ist raus. Für die Germanisten ist ploppen ein schwaches Verb, weil der Stammvokal (also das „O“) in jeder Zeitform gleichbleibt: Der Korken ploppte. Sofort klappen meine Ohren auf. Ich finde ploppen stark.

Tohuwabohu. Klingt für mich nach melodischem Afrika-Sprech. So wie Umckaloabo, das uns so lange von der Werbung eingetrichtert wurde, bis wir es alle draufhatten. 

Knuffelcontakt. Diese Flauschwort wählten die Flandern jüngst zu ihrem Wort des Jahres. Es fühlt sich weicher an als Perwoll, umarmt mich liebevoll, streichelt sanft meinen RückenKnuffelcontakt meint die ausgewählten Menschen, mit denen wir während des Lockdowns kuscheln können. Denen wir frei von Abstandsregeln begegnen und sie knuffeln dürfeln. Erst im Oktober schlüpfte Knuffelcontact aus dem belgischen Sprach-Ei und ging in Windeseile um die Welt.

Welche Lieblingswörter habt Ihr?

Wörter, die ein warmes Bauchgefühl auslösen, die Mundwinkel nach oben ziehen, Euer Kopfkino zum Tanzen bringen? Schreibt sie mir gerne in meine Kommentarleiste oder per E-Mail oder auf Facebook, ich bin gespannt.

Mein Tipp

Nutzt Eure Lieblingswörter aktiv! Nicht nur, dass sie Eure Texte lebendiger machen; sie drücken den Texten auch Euren persönlichen Stempel auf.

Bleibt achtsam, bleibt zuversichtlich. Eine gesegnete Weihnachtszeit Euch allen.

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